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| Rubrik | Katastrophenschutz | zurück | ||
| Thema | Hilfsanlaufstellen im Falle Ausfall kritischer Infrastruktur | 122 Beiträge | ||
| Autor | Seba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP | 825260 | ||
| Datum | 28.11.2016 13:45 MSG-Nr: [ 825260 ] | 9674 x gelesen | ||
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Geschrieben von Jürgen M. welche Erfahrungen habt Ihr jetzt dabei gemacht?Der Gedanke, alle Gerätehäuser im betroffenen Bereich zu besetzen, entstammt in RLP der 2006 vom Innenministerium erstellten Checkliste Stromausfall. Demnach sollen im Falle eines Stromausfalls im davon betroffenen Gebiet die FEZ(en), Gerätehäuser sowie die THW-Ortsverbände besetzt werden. Dazu sollen gegebebenfalls Kontrollfahrten und Lautsprecherdurchsagen erfolgen. Die Bevölkerung soll "in regelmäßigen Abständen" darüber informiert werden, dass die o.g. Stellen besetzt sind und dort soll eine "Infostelle eingerichtet und kompetent besetzt" werden. Ich habe mich, als ich die AEP bei uns übernahm, mal "unter der Hand" etwas umgehört, um mal zu schauen ob und wie ich das bei uns noch stärker forcieren will. Manche Kommunen haben das nahezu perfektioniert, dort erschein(t)en die Anlaufstellen bei Stromausfall wöchentlich im Amtsblatt. Andere haben es nahezu komplett ignoriert. Neben Gerätehäusern haben manche Kommunen auch andere Stellen mit Fahrzeugen besetzt, teils auch in Orten wo es eigentlich ein relativ zentral gelegenes Gerätehaus gibt, teils dafür auch überörtlich Wehren hinzugezogen. In einer Kommune hat sich die Politik damit beschäftigt, und einen Alarmplan Stromausfall gefordert, um dann zu erfahren, dass es einen solchen bereits seit zwei Jahren gibt. Nur wusste das außer der FW dort keiner. Wenn man sich mal umhört, werden die Einsatzerfahrungen teilweise so beschrieben, wie es unsere Bevölkerung leider erwarten lässt. Das heißt, nach 15-20min stehen schon die ersten mündigen Bürger an den Gerätehäusern, motzen weil es dort nicht auf Wohnzimmertemperatur geheizt ist, die Möbel allenfalls Biertischgarnituren sind, die erst noch aufgestellt werden müssen, die Steckdosen der Feuerwehr auch nicht funktionieren, oder wenn eine Einspeisung erfolgt für die Anzahl mitgebrachter Handyladekabel nicht ausreichen. Die Infos, die man an der "kompetenten Infostelle" erhält, sind auch stets zu wenig für den mündigen Bürger, der gegenüber den Feuerwehrangehörigen seine Menschenrechte auf Nennung der genauen Uhrzeit wann die Versorgung wieder steht und auf Nennung der Ursache des Ausfall beanspruchen will. Derweil freut sich der Energieversorger darüber, dass bestimmte Telefonnummern, unter denen man solche Infos noch am ehesten bekommen könnte, von Feuerwehren (und teils auch Bürgern, Ortspolitik...) dauerbelegt werden, was besonders toll ist wenn das ein Handy ist, was derjenige mitführt, der zur selben Zeit damit beschäftigt ist den Ausfall zu beheben. Die ersten Kommunen, die wöchentlich ihre Anlaufstellen publiziert und ihre umfangreichen Einsatzpläne zum Stromausfall strikt durchgezogen haben, rudern da, so hört man, schon wieder zurück, auch weil sie merken dass die Anzahl der Einsatzkräfte, die sich aus eigenem Antrieb in solchen Lagen als Prügelknabe zum Gerätehaus begibt, nach den ersten Malen deutlich abnimmt. Von erfolgreichen Hilfeersuchen, wo also echte Notrufe durch die besetzten Anlaufstellen abgesetzt werden konnten, habe ich allerdings vereinzelt auch gehört. Man kann die Grundidee also auch nicht völlig verwerfen. Man sollte nur, wenn man solche Planungen aufstellt und publiziert von vornherein klar machen und konsequent durchziehen, dass das keine Rundumbetreuung mit Kinder- und Altenbelustigung im perfekten Ambiente ist, sondern dass da einfach nur 1-2 FM rumsitzen und im Notfall einen Funkspruch absetzen, der den Notruf ersetzt. "In der Regel machen es die reinen Experten nicht gut. Das ist wie vor Gericht. Der Zeuge weiß, wie es war, versteht aber nichts. Der Gutachter versteht alles, weiß aber nicht, wie es war. Der Richter versteht nichts und weiß nichts, aber er entscheidet - nachdem er alle angehört hat." (Wolfgang Schäuble, Stern-Interview vom 20.06.2013) | ||||
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