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Direct Mode Operation, Betriebsmodus im Digitalfunk, in dem man sich direkt mit anderen Geräten verbindet ohne über das Netz zu gehen
RubrikKatastrophenschutz zurück
ThemaHilfsanlaufstellen im Falle Ausfall kritischer Infrastruktur122 Beiträge
AutorLinu8s D8., Thierstein und Magdeburg / Bayern und Sachsen-Anhalt785099
Datum17.03.2014 21:01      MSG-Nr: [ 785099 ]24453 x gelesen
Infos:
  • 28.11.16 Kat-Leuchttürme
  • 19.03.14 Notfunkeferat des DARC e.V.
  • 19.03.14 Bundestagsdrucksache 17/5672: Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung
  • 17.03.14 BBK: Kritische Infrastrukturen

  • Aaaalso

    Problem 1:
    Die Menschen werden die geplanten Anlaufstellen nicht nur für Notrufe im eigentlichen Sinne besuchen. Sie werden sie so nutzen, wie sie auch die 112 bei Stromausfällen nutzen, sie werden fragen "was denn los ist", oder "wie lang es noch dauert". Sie wollen also Informationen. Die muss man bereitstellen. Eine Tafel mit einer gewissen Übersicht bietet sich an, mindestens müssen die Kräfte vor Ort informiert sein.

    Problem 2:
    Die Kräfte vor Ort (m.E. mindestens ein Trupp, entspr. ein TrFü) haben Bedürfnisse. Licht, Verpflegung, Abort, ggf. Heizung. Das lässt sich nicht wirklich mit Fahrzeugen sicherstellen. Dazu kommt noch, dass Fahrzeuge in so einer Lage ohnehin genug unterwegs sein dürften, und eher nicht fürs "Rumstehen" frei sind. Daraus die Problematik auch: Was mache ich, wenn ich für einen vorgesehenen "Meldeplatz", an dem ein Fahrzeug stehen soll, kein Fahrzeug übrig habe? => Schlecht.
    Ich brauche also eine Räumlichkeit, an der sich eine Toilette befindet, die ich (notdürftig) beheizen kann, und in der ich eine Beleuchtung anbringen kann, die Netzunabhängig ist. Stellt sich die Frage, ob das unbedingt mit einem Stromerzeuger sein muss, oder ob dafür nicht Möglichkeiten auf LED- und Batteriebasis mit entsprechender Bevorratung ausreichen. Evtl. noch gepaart mit einer tagsüber ausreichenden natürlichen Beleuchtung.
    Für die Verpflegung und Versorgung mit Informationen (die von oben nach unten) braucht man dann *ein* Fahrzeug, das alle Posten abklappert.

    Problem 3:
    Kommunikation. Das wird sicher das schwierigste. Dass wir nicht in überlasteten Handynetzen versuchen wollen, die überlastete Leitstelle zu erreichen, ist doch hoffentlich klar?
    Es bleiben Analogfunk und Digitalfunk. Ersteres ist sicher (ggf. in Form eines 4m-Handfunkgerätes oder eines (leistungsfähigeren) tragbaren Fahrzeuggerätes) eine relativ saubere Lösung für eine Notrufabsetzung, wird aber natürlich früher oder später ausfallen.
    Im Digitalfunk habe ich, sofern das Netz aufrechterhalten bleibt, ja mit einem Handfunkgerät das Problem gelöst. Steht das Netz nicht (mehr), hat man freilich Schwierigkeiten. Für Einsätze im FW-Bereich wird es da darauf hinauslaufen, dass man den Notruf gar nicht an die Leitstelle gibt, sondern an die eigene "Zentrale", die ja (evtl. mit einem Repeater - im Gerät geschaltet oder per Nachsprechen - dazwischen) im DMO erreichbar sein kann. Das lässt sich sicher in vielen Varianten darstellen, muss aber eben einfach mal live getestet werden.

    Problem 4:
    Wie groß müssen/dürfen die Abstände sein? Ich schreibe einfach meine persönliche Meinung dazu, wie ich es planen würde:
    - mindestens ca. 100, maximal ca. 1000 Einwohner auf einen Anlaufpunkt
    - in geschlossenen Ortsgebieten ca. 0,5-1,0 km Abstand zwischen den Anlaufpunkten
    - in lockerer Bebauung oder Industriegebieten ca. 1,5-3,0 km Abstand zwischen den Anlaufpunkten
    Das mit den Wahllokalen ist sicher kein grundsätzlich schlechter Gedanke, weil man dort Gebäude findet, die irgendwie in öffentlicher Hand sind. Da sind also Räume zugänglich. Das muss man evtl. natürlich noch sinnvoll ergänzen.

    Ja, das wird u.U. ganz schön viel. Vielleicht ein Grund, warum sich viele darüber lieber gleich gar keine Gedanken machen...

    Ich würde tatsächlich auch eher davon absehen, die Gerätehäuser als Anlaufpunkte vorzusehen, wenn es einigermaßen vermeidbar ist. Da dürfte es schon genug zu tun geben. Es gibt m.E. eine Reihe anderer Möglichkeiten; mehr oder weniger öffentliche Gebäude die grob geeignet erscheinen gibt es meist schon genug. Auf jeden Fall einzuplanen sind auch Orte, die ggf. daneben auch als Notunterkunft o.ä. vorgesehen sind, da kommen die Leute sowieso hin.
    Zur Vorbereitung kann man denke ich durchaus kleine Kisten packen, in denen dann das Nötigste drin ist. Tesa, Magnete, Papier, Schreibzeug, Kennzeichnungsmaterial, Beleuchtungsmaterial, EH-Kasten (sofern nicht überall in den Gebäudlichkeiten vorhanden), Übersicht über die Aufgabe und Handlungsgrundsätze, etc.

    MfG (Mit fränkischen Grüßen)
    Linus

    (Ach ja: Wenn ich etwas schreibe, tue ich dies nach bestem Wissen und Gewissen - was nicht heißen soll, dass es auch wirklich richtig sein muss.)

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