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Thema Kohlensäure-Ausbruch am Schacht Unterbreizbach II (Thüringen)   8 Beiträge
AutorTim 8B., St. Ingbert / Saarland773944
Datum02.10.2013 00:22      MSG-Nr: [ 773944 ]3894 x gelesen
Infos:
  • 01.10.13 Meldung auf nh24.de
  • 01.10.13 Meldung auf Osthessen-News

  • Aus Sicht eines ehemals im Steinkohlebergbau Beschäftigten:
    Ein "Gasausbruch" liegt vor, wenn plötzlich erhebliche Mengen an Gas aus dem bisher festen Arbeitsstoß unter gleichzeitiger Zerstörung seines natürlichen Gefüges und Vorschleudern der so gelockerten Massen unter Druckentwicklung freiwerden und als Druckwelle sich in der Umgebung ausdehnen.

    Aus Sicht des Steinkohlebergbaus kann man je Tonne ausgeworfener Kohle mit ca. 5-20 Kubikmeter freiwerdender Gasmengen rechnen. Die freiwerdenden Gasmengen enthalten auf Steinkohlengruben neben des Kohlendioxides mehr oder minder große Mengen CH4, auf den Kalisalzgruben Stickstoff. In der Kohle sind rund 90% der Gasmenge physikalisch gebunden, während der Rest in den Poren unter einem dem Gas aufgezwungenen hohen Druck frei ansteht.

    C.H. Fritsche verwies beispielsweise im Lehrbuch der Bergbaukunde auf einen Gasausbruch auf der Grube Fontanes (heutiges Dèpatement Gard, F), welcher sich im Vorrichtungsbetrieb am 11.11.1921 ereignete. Hierbei wurde augenblicklich die gesamte Grube mit einem Streckennetz von 34 km bis nach ü.T. mit CO2 gefüllt "und gleichzeitig die ungeheure Menge von 5000t Kohlenklein und Bergen" als "Auswurfmasse" in die Strecken geschleudert.
    Neben der Entstehung des CO2 beim Vorgang der Inkohlung (komme halt aus dem Steinkohlebergbau...) also dem Zersetzungsvorgang biologischen Materials unter Luftabschluss, hat dies je nach Abbaugebiet auch geologische Ursachen (vulkanische Ursprünge, Durchbruch tertiarer Basalte,...) und die Gasvorkommen sind teilweise durch den Gebirgsdruck mit hohem Druck in den Poren gebunden. Trifft man dann auf so einen sog. "Ausbläser", wird's durchaus ungemütlich.

    Im Gedenken an die verstorbenen Kameraden

    Glück Auf!

    Gruß, Tim

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