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Technische Einsatzleitung
RubrikEinsatz zurück
Thema auch eine Großstadtfeuerwehr kommt an Ihre Grenzen: Haus abgebrannt41 Beiträge
AutorChri8sti8an 8G., Berlin / Berlin729566
Datum02.07.2012 18:14      MSG-Nr: [ 729566 ]23067 x gelesen

Ich möchte an dieser Stelle die Diskussion mit ein paar Fakten versogen. Hierzu ist es notwendig, die Maßnahmen der Berliner Feuerwehr darzustellen.

Vorbereitung:
Grundsätzlich werden alle Dienststellen bei Unwetterwarnungen des DWD über DME, E-Mail (intern), Fax und ggf. Wachdurchsage darüber informiert. In bestimmten Fällen werden dann schon vorbereitende Maßnahmen für einen möglichen Ausnahmezustand (AZ) vorbereitet.

Kräfte und Mittel BF:
In Berlin sind etwa 3500 BF-Kräfte auf 35 BF-Wachen und diversen Stützpunkten sowie Sonderdiensten beschäftigt. Täglich sind 556 Einsatzkräfte (Tag) und 538 Einsatzkräfte (Nacht) auf diesen Wachen im Dienst und besetzen 45 LHF, 26 DLK und 84 RTW (nachts weniger) sowie diverse Sonderfahrzeuge (fest besetzt oder im Springerbetrieb).

Kräfte und Mittel FF:
Hinzu kommen in Summe 1400 FF-Angehörige bei 57 Freiwilligen Feuerwehren. Hier gibt es zwei Typen von FF. Typ A = mit eigenem Ausrückebereich und Typ B auf BF-Standorten (19 Stück). In der Regel wird von diesen 1 LHF oder LF besetzt (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel). FF Typ B haben 30 min Zeit zur Besetzung der Fahrzeuge / Wache.

Ausnahmezustand
In der Regel wird bei Anstieg des Einsatzaufkommens der Ausnahmezustand ausgelöst. Hier werden dann normalerweise folgende, genau festgelegte Maßnahmen (ganz oder teilweise) durchgeführt. Nachfolgende Aufstellung nur auszugsweise:
- alle FF werden in Dienst gerufen (Wachbesetzung der eigenen oder einer Fremdwache),
- Erkunder (ELW-Erku mit 1 Beamten gehobener Dienst und 1 Führungsgehilfe) werden in Dienst gestellt (Beurteilung Art und Umfang von Schäden vor Ort und gezielte Anforderung von Einsatzkräften und Mitteln; Festlegung von Prioritäten usw.)
- Maßnahmen in der Leitstelle, personeller und struktureller Natur
- ggf. Einberufung von Stäben oder regionalen TEL,
- Benennung von Alarmstaffeln und Zurückhaltung für besondere Einsätze (also Bildung von taktischen Reserven)
- Usw.
- Ggf. Abweichung von der üblichen Ausrückeordnung

Unwetter am letzten WE:
Auch hier wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und es wurden die o.g. Maßnahmen umgesetzt. Aus meiner Sicht fiel der angesprochene Brand in eine Phase, in der noch nicht alle Maßnahmen (zeitlich und taktisch bedingt) gegriffen haben. Das ist aber völlig normal, denn es heißt ja auch AUSNAHME-Zustand. Man kann eben nicht von einer Minute auf die andere seine Kapazitäten mehr als verdoppeln. Darüber hinaus musste aufgrund der hohen Anzahl an BMA-Alarmierungen vermutlich auch verstärkt auf die Alarmstaffeln zurückgegriffen werden.
Ich denke wir sind uns einig, dass o.g. Situation für ALLE Beteiligten sehr unangenehm war. Und damit meine ich nicht nur die Betroffen sondern auch die Einsatzkräfte. Unter den gegebenen Umständen war aber wohl leider nicht mehr herauszuholen. Darüber hinaus sind sicher auch alle froh, dass es keine Verletzten gab.
Die Aussage, man hätte Kräfte von anderen Einsatzstellen abziehen können, ist sicher nicht ganz unrichtig. Aber es wäre ja durchaus möglich, dass auch das versucht bzw. gemacht wurde. Das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht dabei war bzw. nicht mit Kollegen vor Ort gesprochen habe. Die ersten Kräfte (RTW und DLK) haben zumindest eine kurze Lagemeldung abgegeben und weitere Kräfte nachalarmiert.

In so einem Fall kommen zumeist alle ungünstigen Faktoren zusammen. Murphys Gesetz hat auch hier sein übriges getan.

Laut google-maps hatte das erste Löschfahrzeug übrigens eine Anfahrt von 12,8 km und das zweite von 16,7 km. Unter Berücksichtigung der äußeren Umstände (Innenstadtstraßen, Unwetter usw.) braucht man da schon eine ganze Weile, diese Strecken zurückzulegen.

Nahezu alle Angaben lassen sich übrigens auch der HP der Berliner Feuerwehr entnehmen.


LG Chr.

Oben gemachte Ausführungen spiegeln ausschließlich meine eigene und persönliche Meinung wieder. Diese hat nichts mit meiner Dienststellung, meinem Arbeitgeber bzw. Dienstherren oder ähnlichem zu tun.

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