Hallo,
Geschrieben von Sebastian Kahl
1. Was passiert bei Nullförderung (keine Wasserabgabe am Schaumnrohr)?
- Fördert die Pumpe dann nicht über den Zumischer im Kreis? Damit würde ja die
SM-Konzantration stetig steigen.
Ich fange mal so an:
A: Der Nebenschluß ist ein geschlossenes System mit konstanten Volumen.
Also wo kann das SM, was evtl. zugemischt wird, bei geschlossenen Druckausgang hin?
Es wird also "keinen Platz finden" oder technischer ausgedrückt, der Druck auf der "Saugseite" der Pumpe wird soweit ansteigen, das die Zumischung abbricht (Gegendruckempfindlichkeit positiv ausgenutzt ;-))
2. Wie verhält es sich mit der tatsächlichen SM- Konzentration bei Förderung?
- Das Wasser aus dem Zumischer ist z.B. mit 6%SM versetzt. Dann kommt, im
Optimalfall, 50% Wasser aus dem Hydranten, also wieder 3%.
Nun gehen von dem Wasser WSG aber (bei Z4-S4/M4) 50% zur Abgabe, und 50%
wieder in den Zumischer.
Ich erweitere A: d.h. alles was zugeführt wird -> Löschwasser und SM muß in gleicher Menge das System verlassen! (wo soll es denn sonst hin?)
Aber richtig im Nebenschluß ändern sich die Konzentrationen. Deine obige Überlegung geht vom Start, nicht vom eingeschwungenen Zustand aus. 6% Zumischung und gleiches Q für Z und Rohre ergeben vor dem Z: 6%, danach: 12% Und keine Angst, die "Einschwingzeit" erfordert wenige Kreisläufe, geht also sehr schnell (mit der Berechnung will ich dich erst mal nicht belästigen).
-> Ergo müsste der Zumischer bereits mit einem 3% WSG gespeist werden. Dem werden
dann wieder 6% SM zugemischt.--- -> Wie genau ist also die SM- Konzentration im
Löschwasser?
Die genaue Konzentration kann man rechnen mit:
Z-Rate(Ausgang) = Durchfluß Zumischer / Durchfluß aller Rohre * Z-Rate am Zumischer
Also:
Wenn dann ein Z4 eingebaut ist, aber 1.600L abgenommen werden (z.B. 2x S8/M8), dann
verschiebt sich doch das Verhältnis massiv.
funzt das mit MBS o.ä. nicht. Aber mit Konzentraten schon.
Beim Z4 hier auf max. 6% gestellt sind an 2 S8 eben nur 1,5% Z-Rate erreichbar. Aber ein Z4 mit einem S/M8 ginge schon: 6% am Z -> 3% am S/M8. (gugge Formel oben)
Man kann im Kopf auch einfacher rechnen (Systemgeschlossenheit):
Der Z4 bringt bei 3% -> 12l/min SM ein. Das verlässt das System auch wieder, was heißen würde:
bei Rohren mit 400l/min -> 12/400 = 3%
800l/min -> 1,5%
2400l/min -> 0,5% (also Netzmittel)
bei Konzentraten genau so rechnen, aber die Einstellungen werden eng (min. 1% am Z!)
3. Gibt es Probleme, wenn man, bis zum Aufbau der Wasserversorgung, das NSV im
Tankbetrieb fährt?
Ja ein kleines.
Hier wird die Geschlossenheit des Systemes aufgehoben. D.h. es könnte! bei geschlossenen Abgang (also 0 Verbrauch)! SM/Wasser-Gemisch gegen den geringen Tankdruck, in diesen selbst zurückgedrückt werden, falls der Gegendruck die Zumischung nicht selbst abbricht. Normalerweise ist das nicht mal schlimm, weil der Ma es merken sollte und die Konzentration rel. lange unbedenklich bleibt. Aber es ist möglich!
Die Gegenfrage wäre: was passiert im Geradeausverfahren, wenn das Rohr geschlossen wird?
(dann drückt es Wasser in den SM-Behälter/Tank, weil die Kugel im Z nicht wirklich dichtet -> merkt man irgendwenn auch ;-)).
Hoffe ein wenig Licht geschaffen zu haben.
mkg hwk
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