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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Quecksilber - ein Teufelszeug!? | 15 Beiträge | ||
| Autor | Ulri8ch 8C., Düsseldorf / NRW | 377138 | ||
| Datum | 27.12.2006 11:42 MSG-Nr: [ 377138 ] | 7258 x gelesen | ||
Hallo, Geschrieben von Andreas Häcker Dr. Was macht man mit einem kaputten Fieberthermometer ? Auszug aus dem www.einsatzleiterhandbuch.org, Quecksilber 3 Quecksilber Allgemeines Eigenschaften: ? Quecksilber ist ein flüssiges Metall ? Chemisches Symbol: Hg ? Dichte: 13,6 g/cm³ (d.h. sehr schwer!) ? Schmelzpunkt: - 38,9°C ? Quecksilberdämpfe sind giftig, weil das Quecksilber im Körper eingelagert wird und das Nervensystem schädigt. Das flüssige Quecksilber ist nicht giftig und kann z. B. durch die Haut nicht aufgenommen werden. Gefährlich ist nur das Einatmen der Dämpfe! ? Der Dampfdruck ist relativ hoch. Auch wenn man die entstehenden Dämpfe nicht sieht,ist bei Raumtemperatur der MAK-Wert ( 3-SICHERHEITSTECHNISCHE KENNZAHLEN) immer überschritten. Verwendung: ? Messtechnik: Manometer, Thermometer, Vakuumpumpen ? Laborbereiche ? Chlorherstellung (abnehmend) Erscheinungsbild: ? Quecksilber ist bei Raumtemperatur eine Flüssigkeit mit silber glänzender Oberfläche. ? An feuchter Luft überzieht sich Quecksilber allmählich mit einem matten Häutchen (Oxid). ? Quecksilber bildet wegen der hohen Oberflächenspannung sehr leicht kugelförmige Tropfen mit bis zu einigen Millimetern Durchmesser (aber auch deutlich kleiner!). Nachweis: ? sichtbar (sehr kleine Kugeln werden aber leicht übersehen, besonders in Ritzen von Tischen oder Fußböden) ? Prüfröhrchen (0,1...2 mg/m³) ? Quecksilber-Messgerät Nachschlagewerke: ? UN-Nr.: 2809 ? Kühn - Birett: Merkblatt Gefährliche Arbeitsstoffe Q 001 Grenzwerte: ? MAK-Wert: 0,1 mg/m³ Maßnahmen - Ausgetretenes Quecksilber: ? Wegen der Gefährlichkeit von Quecksilber-Dämpfen ist es wichtig, auch kleinste Mengen an Quecksilber schnell aufzunehmen und unschädlich zu machen. ? Betroffene Bereiche räumen und sofort für Durchlüftung sorgen. ? Einsatz von Belüftungsgeräten prüfen, aber nur, wenn Dämpfe direkt nach außen gelangen können (Verschleppungsgefahr!). ? Atemschutz: PA oder Kombinationsfilter DIN 3181-Hg-P3, Kennfarbe rot (wird ggf. vom Verwender vorgehalten). ? Verschleppungen unbedingt vermeiden (Schuhe und Gegenstände) ? Verschüttetes Quecksilber, das sich fein verteilt hat, durch Aufstreuen von geeigneten Bindemitteln binden. (Tropfen lassen sich nicht aufwischen oder einsammeln!) ? Chemische Bindemittel (falls vom Verwender für Notfälle vorgehalten oder schnell verfügbar): Zinkstaub in Verbindung mit Zitronensäure oder Kupferstaub Kupferstaub Jod-Kohle (an senkrechten Flächen Stoffe ggf. mit Klebeband aufbringen) ? Mechanische Bindemittel - Mercurisorb (Set zum Einsammeln kleinerer Quecksilbermengen), sollte mindestens einmal von der Feuerwehr vorgehalten werden - für größere Mengen: Aufsaugen mit Spritzen oder Spezialpipetten (wenn verfügbar) - Aufsaugen mit PU-Schaumstoffen, anschließend entsorgen ? Beim Eintrag von Quecksilber in Ausgüsse: Siphon unter Atemschutz vorsichtig demontieren, Quecksilber sammelt sich dort wegen seines Gewichts. - Folgemaßnahmen: ? Abfälle in dichtschließenden Gebinden sammeln, kennzeichnen und an Entsorger übergeben (Entsorgungsauftrag möglichst durch den Verursacher!) ? 3-DEKONTAMINATION: Hg-Spuren mechanisch entfernen, Kleidung und Gerät anschließend ausreichend lange an der frischen Luft lagern ? Betroffene Räume anschließend gut und lange lüften ? Kontrollmessungen in Räumen und deren Freigabe sind Aufgabe der entsprechenden Fachbehörden (Gesundheitsamt, Gewerbeaufsicht)! ? Bei Verdacht einer Einatmung über längere Zeit durch Personen/Einsatzkräfte: Betroffene einem Arzt vorstellen (Blutuntersuchung) bzw. zum Arztbesuch auffordern. Benachrichtigen ? Gesundheitsamt, ggf. Gewerbeaufsichtsbehörde ? Untere Wasserbehörde (bei Freisetzung im Freien) ? ggf. Rettungsdienst (keine Akutschäden möglich!) ? __________________________________ ? __________________________________ Literaturhinweise: - Kühn / Birett; Merkblätter gefährlicher Arbeitsstoffe, Blatt Nr. Q 001 - Warmbier, Jürgen: Maßnahmen beim Freiwerden von Quecksilber, in: Seminar GSG im Feuerwehreinsatz, mic-Tagung, Ottobrunn, 1999 - Warmbier, Jürgen: Einsatzmaßnahmen bei der Freisetzung von Quecksilber - Dekontaminationsmaßnahmen in einer Schule, in: Lemke, Handbuch Brandschutz, ecomed, Landsberg, 2001 Autor: Smirek/Bräutigam ----- mit privaten und kommunikativen Grüßen Cimolino | ||||
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