Man muss die ganze Sache etwas anders betrachten. Bei der gestellten Frage gibt es nämlich zwei sehr unterschiedliche Blickrichtungen. (Losgelöst von der gesetzlichen Regelung)
Die eine Blickrichtung ist die der Einsatz- oder Führungskraft, die dem Wehrleiter unterstellt ist und die andere ist die des Wehrleiters. Ebenso liegt ein großer Unterschied darin, ob eine Einsatzleitung übernommen wird oder nicht.
Ich möchte im folgendem aber nur die Blickrichtung eines Wehrleiters darstellen.
Als Leiter einer Feuerwehr ist man grob gesagt erst einmal für fast alle Dinge und Belange der Feuerwehr verantwortlich. Dabei spielt es keine Rolle ob man vor Ort ist oder nicht. Man ist nicht nur in der Veantwortung gegenüber den Mitgliedern der Feuerwehr, dem Bürger und der Politik, sondern natürlich auch dem Gesetz. Zu diesen Gesetzen gehören auch Feuerwehrdienstvorschriften, UVVen, Dienstanweisungen , usw. , usw, usw. Alles in allem Vorschriften und Texte die man beispielsweise als Truppführer mal gehört hat, oder auszugsweise gelesen hat. Von einem Leiter einer Feuerwehr sollte man allerdings erwarten können, dass er auf diesem Bereich sicheren Stand behält. Dazu gehört dann auch, dass man ab einer bestimmten Einsatzgröße persönlich vor Ort ist. Einerseits um dem Einsatzleiter zur Hand gehen zu können, bzw. als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Bei bestimmten Einsatzlagen kann auch eine Übernahme der EL nötig sein.
(hier noch kurz der Hinweis: viele verwechseln Einsatzleiter mit der Funktion Fahrzeug/Gruppen Zugführer) Ein Beispiel dafür wäre z.B. das der EL vor Ort nicht die richtige Qualifikation besitzt. Ein Truppführer kann schlecht einen Zugeinsatz führen, geschweige denn die Verantwortung übernehmen. Hier ist ganz klar die nächste Führungsstufe gefragt.
Neben der taktischen Ausrichtung im Einsatz spielen aber auch Gründe wie Qualitätssicherung, Wertschätzung und Dienstaufsicht eine Rolle für die Anwesentheit eines Wehrleiters an der Einsatzstelle. Man darf nicht immer vom schlimmsten ausgehen. Meistens geht es nicht um Kontrolle, sondern um Präsenz und Unterstützung. Außerdem kann man Abläufe innerhalb einer Feuerwehr nur verbessern, wenn man sie auch kennt. Fingerspitzengefühl und Fachkompetenz vorausgesetzt.
Kurz gesagt..... es muss nicht immer "schlimm" sein wenn der "Oberalte" an der Einsatzstelle auftaucht. Es könnte durchaus andere Beweggründe geben als Kontrolle.
Gruß,
Sascha
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