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| Rubrik | Fahrzeugtechnik | zurück | ||
| Thema | Neuer Rüstwagen für die Feuerwehr Berlin | 120 Beiträge | ||
| Autor | Mich8ael8 K.8, Berlin / Berlin | 437441 | ||
| Datum | 03.11.2007 22:29 MSG-Nr: [ 437441 ] | 91320 x gelesen | ||
Tja, die Herrschaften, die am weitesten weg sind, wissen natürlich am allerbesten über die Berliner Feuerwehr bescheid. Ich kann da erstaunliche Parallelen zu den liebenswerten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ziehen, die bei unseren Einsätzen am Straßenrand stehen, uns beobachten, von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, aber alles besser wissen und alles besser machen würden als wir. Für mich ist das genau das gleiche Niveau. Entschuldigung, aber das mußte jetzt mal sein. So, zurück zum Thema: Zur Konzeption der LHF 16/12 ("City-LHF") ist es gekommen, als man feststellte, daß die "großen" LHF 16/16 gerade im innerstädtischen Bereich zu unbeweglich waren (da zu viel Verkehr, "ich-parke-wo-ich-will"-Parker, enge Straßen in Altbaugebieten, etc.). Für die City-LHF hatte man sich auf Fahrzeugabmessungen festgelegt, die man nicht überschreiten wollte. Dazu kam noch die Festlegung auf ein 10 t Fahrgestell. Daraus ergibt sich, daß man auf einem solchen Auto nicht alles unterbringen kann, was man gerne unterbringen möchte. Man muß sich also entscheiden was man draufpackt und was nicht. Und da spielen neben dem eigentlichen Gerätegewicht insbesondere einsatztaktische Belange bzw. die Häufigkeit der Verwendung eine Rolle. Im übrigen hat Anfang der neunziger Jahre, als die Fahrzeuge konzipiert wurden, noch kein Mensch an so etwas wie Glasmanagement, Fahrzeugstabilisierung, Rettungsplattform, Airbag-Rückhaltesysteme, Atemschutznotfallset, Notfallkoffer, Defi etc. gedacht. Sicher, auch ich bin der Meinung, daß die Beladung der City-LHF nicht in allen Dingen optimal ist. Aber ich kann damit leben und ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man das Standardprogramm an Einsätzen in der Regel problemlos bewältigt. Auch ich weiß, daß ein Kombispreizer bei weitem nicht so leistungsfähig ist, wie zwei separate Geräte. Für einen "billigen" VU, bei dem der PKW "nur" eine verzogene Tür hat, reicht ein Kombispreizer aber völlig aus. Ist ein PKW allerdings so zerschossen, weil er mit 80 bis 100 km/h gegen einen Baum oder gegen eine Straßenlaterne gedonnert ist, werde ich mit einem Kombispreizer und dem sonstigen Krempel, der auf dem bisherigen City-LHF verlastet ist, sicher nicht weit kommen. Aber da ist dann die Weitsicht der Mannschaft bzw. des Staffelführers gefragt. Unter solchen Umständen sollte man sich nicht davor scheuen, (idealerweise) unmittelbar nach dem Eintreffen gezielt nachzualarmieren (z.B. Stichwortänderung von "Verkehrsunfall" (= LHF + RTW) auf z.B. "Person eingeklemmt" - nach VU - (= zusätzlich RW + NAW/NEF + ELW-C)). Das Material vom City-LHF (z.B. Kombispreizer) reicht allemal zur Überbrückung aus, um beispielsweise schon einmal eine Erstöffnung zum Patienten zu schaffen (der Notarzt ist in der Regel schnell, d.h. vor dem RW da und kann den Patienten entsprechend untersuchen und erstversorgen), bis der RW mit "schwerem Gerät" ("großer" Spreizer, "große" Schere, Unterbaumaterial, Hydraulikzylinder, etc.) zur eigentlichen Befreiung des Patienten eingetroffen ist. Sollte sich herausstellen, daß meine Materialien vom City-LHF zur Patientenbefreiung absolut ausreichend sind, kann ich den nachalarmierten RW immer noch abbestellen. Mittlerweile ist eine neue City-LHF-Generation mit erweiterter Ausstattung in der Erprobung. Auf das, was genau auf den Autos drauf ist, darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen, denn das ist auf den Seiten der Berliner Feuerwehr zu Genüge beschrieben. Ob sich die Fahrzeuge in dieser Zusammenstellung bewähren, wird sich zeigen. Meiner Meinung nach macht es aber - insbesondere aus Kostengründen - keinen Sinn, jedes LF, LHF, HLF oder wie auch immer mit teurer Technik zu auszustatten, die ich im Grunde genommen nur spazieren fahre. Und dazu zähle ich beispielsweise separate Schere und Spreizer sowie Unterbaumaterial oder Rettungsplattform. Den Kram bringe ich sinnvollerweise auf einem RW unter, denn den kann ich mir immer noch nachalarmieren (s.o.), wenn ich ihn wirklich brauche - sofern er nicht von vornherein mitalarmiert worden ist. Die Zeit bis zum Eintreffen des Materials habe ich in der Regel allemal. Etwas anderes ist es natürlich, wenn genug Geld vorhanden ist. Dann kann ich mein(e) Auto(s) mit allem ausstatten, was der bunte Feuerwehrmarkt hergibt. Oder aber, wenn der RW irgendwo j.w.d. stationiert ist (Eintreffzeit zu lang) und die Bestückung eines LF mit Schere, Spreizer, Unterbaumaterial, Rettungsplattform aus Zeitgründen erforderlich wird. Aber dann muß es auch nicht unbedingt jedes Fahrzeug einer Stadt / Gemeinde sein. Bisher kommen wir jedenfalls mit der vorhandenen Technik im großen und ganzen gut klar (auch wenn einige Herren hier der Meinung sind, daß das offensichtlich nicht so ist). In diesem Sinne noch einen schönen Abend und einen geruhsamen Sonntag! Andreas | ||||
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