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RubrikFahrzeugtechnik zurück
ThemaHLF 20/25 auf MB Actros 1841 AK - Magirus, FF Bickenbach184 Beiträge
AutorRené8 C.8, Bickenbach / Hessen358214
Datum30.08.2006 14:47      MSG-Nr: [ 358214 ]150253 x gelesen

Liebe Feuerwehrkameraden,

mit Erstaunen, Interesse und Verwunderung habe ich die, teilweise doch sehr spekulative, Diskussion in diesem Forum bezüglich unseres neuen Fahrzeugs verfolgt.
Ich war an der Beschaffung des HLF 20/25 maßgeblich beteiligt und möchte mich, ohne mich in irgendeiner Weise rechtfertigen zu wollen/müssen, daher hier einmal zu Wort melden.

Auch wenn ich die Diskussion, ob ein HLF einen RW und ein LF vollwertig ersetzen kann für durchaus begründet halte, sollte man sich in unserem speziellen Fall zunächst einmal von der durch die Bezuschussungspolitik der Länder geprägten Vorstellung trennen, dass ein HLF ausschließlich als Ersatz für einen RW und ein LF dienen kann.
Das Fahrzeug sollte in unserer Wehr niemals einen RW und ein LF ersetzen. Wir hatten noch nie einen RW und benötigen auch keinen Solchen.

Die Ausgangssituation, die zur Beschaffung dieses HLFs führte, war vielmehr die Folgende:

1.) Wir verfügten für die Technische Hilfeleistung über ein LF 8/6 mit Zusatzbeladung TH. Dieses hatte weder ausreichend Platz- noch Gewichtsreserven um die immer umfangreicher werdende TH-Ausrüstung aufnehmen zu können.
Hier musste schnellst möglich Abhilfe geschaffen werden.

2.) Aufgrund der örtlichen Struktur der Gemeinde (größere Waldflächen, eine Vielzahl von Landwirtschaftlichen Gehöften im Außenbereich ohne ausreichende Löschwasserversorgung, Bundesbahnhauptstrecke Frankfurt ? Heidelberg, Verladebahnhof Bundeswehrdepot, schnell wachsendes Gewerbegebiet etc.) ergab sich neben dem TLF16/25 der Bedarf für ein zweites Fahrzeug mit ?großem? Löschwassertank.
(Und da es schon, leider nicht ganz korrekt, im Forum diskutiert wurde: Wir verfügten schon in den 70er und 80er Jahren zeitgleich über zwei Löschgruppenfahrzeuge LF8 und zwei Tanklöschfahrzeuge TLF 8 und TLF 16. Diese vier Löschfahrzeuge wurden bereits auf drei reduziert. Jedes Löschfahrzeug wurde auch bei uns übrigens nur einmal ersetzt!)

3.) Das zu beschaffende Fahrzeug musste über Allradantrieb verfügen, da z.B. fast die gesamte Bahnstrecke in unserem Ausrückbereich nur über sehr schlechte Wald- und Feldwege erreichbar ist, welche für die vorhandenen 4x2-Fahrzeuge nicht oder nur sehr schwer befahrbar sind.

4.) Aufgrund der allgemeinen Entwicklung der Tageseinsatzstärke bei den FF war es notwendig geworden, ein Erstangriffsfahrzeug zu beschaffen, das die meisten Einsatzszenarien im Erstangriff alleine abarbeiten kann. Dies war bei der bisherigen Fahrzeugkonzeption bedingt durch die Verteilung von Mannschaft und Ausrüstung nur mit mindestens zwei Löschfahrzeugen möglich gewesen.


Unter Berücksichtigung all dieser Punkte und einer realistischen Gewichtseinschätzung der Beladung wurde schnell klar, dass ein Fahrzeug nach DIN 14530 gewichtsmäßig nicht realisierbar sein würde.
Da das Fahrzeug, auch als Norm-HLF, aus verschiedenen Gründen nicht vom Lande Hessen bezuschusst worden wäre, wäre auch eine Realisierung des Fahrzeugs in der gewünschten Art auf einem etwas schwereren Fahrgestell der Klasse M mit ca. 15-16t GG machbar gewesen.
Ob jedoch ein ständig bis an die Belastungs-, Leistungs- und Gewichtsgrenzen (und darüber hinaus?) belastetes 14t-Fahrgstell auf die Nutzungsdauer von 25 Jahren gesehen wirtschaftlicher ist, als ein, natürlich ein paar Tausend Euro teurerer, aber dafür mit ausreichend Leistungs- und Gewichtsreserven versehener 18-Tonner, mag ich bezweifeln.
Ein weiteres Problem bestand in der Motorisierung: Fahrzeuge der Klasse M sind serienmäßig nur bis ca. 280 PS erhältlich, was bei einem 16t-Erstangriffsfahrzeug mit halbautomatischer Schaltung wohl kaum zu befriedigenden Fahreigenschaften führen würde.
Eine Marktanalyse ergab zudem, dass der Preisunterschied zwischen Fahrzeugen der Gewichtsklasse M und S bei Einbau einer halbautomatischen Schaltung eher gering ist.
Somit entschied man sich für ein Fahrgestell der Gewichtsklasse S mit serienmäßiger Halbautomatik.

Als weitere Diskussionspunkte wurden die Abmessungen, Gewicht und der Preis des HLF genannt. Hierzu auch noch einige kurze Anmerkungen, um den Spekulationen ein Ende zu bereiten:

Der Preis des Fahrzeugs lag, trotz des 18t-Fahrgestells und 400 PS, mit ca. 300.000,- ? (incl. Teilbeladung) wohl unter dem manches 14t-HLFs nach Norm.
Dies konnte, trotz des in Deutschland bisher noch unüblichen Fahrgestells, durch die Verwendung eines Standart-Aufbaus verwirklicht werden.
Da solche oder ähnliche Fahrzeuge für den Export bereits mehr oder weniger serienmäßig gebaut werden, wird es wohl auch die Preisschraube nicht nennenswert nach oben getrieben haben. (Wie viel billiger sind Feuerwehrfahrzeuge eigentlich nach den diversen Typenreduzierungen geworden ?!?!?)

Obwohl das Fahrzeug, zugegebener Maßen, sehr wuchtig erscheint, erfüllen die Abmessungen [mm] (L: ohne / mit Haspeln: 7900 / 8840; B: 2500; H: 3320) fast vollständig die DIN 14530 (L: mit Haspeln max. 9000; B: 2500; H: 3300) bzw. liegen bei der Fahrzeuglänge sogar noch darunter !

Das tatsächliche Gewicht des Fahrzeugs liegt bei knapp 17t.
Die vorgeschriebene Achslast (10t) für Feuerwehraufstellflächen wird eingehalten !

Fazit: Die Beschaffung dieses schweren HLFs war für unsere Wehr unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, um alle beschriebenen Erfordernisse zu einem vernünftigen Preis realisieren zu können.
Ob sich das gewählte System verallgemeinern lässt, haben wohl andere Gremien bzw. jede Feuerwehr für sich zu entscheiden.
Wenn ich mir allerdings die Entwicklung in einigen anderen Bundesländern ansehe, wo bereits über eine Normung von 16- bzw. 18t-HLFs nachgedacht wird, möchte ich vermuten, dass unser Fahrzeug nicht so lange ein Exot bleiben wird...

Und, liebe Kollegen, Hand aufs Herz, wenn ihr Eure 14t-HLFs mit der gesamten (nachträglich eingebauten?) Beladung auf die Waage fahrt, könnt Ihr dann überhaupt noch legal Mannschaft mitnehmen ???

Zu der alles entscheidenden Frage, ob eine Feuerwehr unserer Größe überhaupt solch ein Fahrzeug braucht, kann ich nur sagen: Definitiv JA! Gerade für eine Feuerwehr mittlerer Größe, die nicht über irgendwelche RW, GW, AB-Rüst, TLF 24, GTLF und ähnliche Sonderfahrzeuge für Technische Hilfeleistung und Löschwasserversorgung verfügt, ist doch ein solches ?Multifunktionsfahrzeug? eine sinnvolle und kostengünstige Lösung!

Mit kameradschaftlichen Grüßen aus Bickenbach

René Coradill



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