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ThemaWaldbrände in Schweden34 Beträge
RubrikEinsatz
Infos:
  • NDR: Waldbrände in Schweden - Feuerwehr Nienburg hilft
  • Artikel zum Einsatz von Flugzeugen und Helikoptern, mit interessanten Zahlen zum Kräfteeinsatz auf dem Boden
  •  
    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793059
    Datum03.08.2014 18:3917835 x gelesen
    Nur so zum Vergleich der Zahlen an Einsatzkräften:

    Waldbrand in Schweden ausser Kontrolle. Daher Aufstockung der Kräfte auf 100 Einsatzkräfte.
    Derzeit brennen ca. 2500 Hektar Land / Wald - durch den Wind werden 150 Meter Schneisen übersprungen.

    Das Gebiet liegt im Bereich Uppsala, d.h. ca. 60 km entfernt. Regen ist dort im Gegensatz zu Uppsala oder Västerås (40 km entfernt) nicht niedergegangen.

    Schwedisches Fernsehen

    (Gefühlt sind heute beim Museumstag der Celler Feuerwehr mehr Einsatzkräfte und Fahrzeuge als bei diesem Brand in Schweden. Aber auch dieses Feuer wird irgendwann erloschen sein. ;-) )

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    AutorAndr8eas8 B.8, Haan / Rhld / NRW793065
    Datum03.08.2014 20:4911370 x gelesen
    Ich war vor zwei Wochen in Dalsland im Urlaub und habe mich gewundert wie viel von Menschen geschaffenes Totholz dort in den Wäldern und auf gerodeten Flächen rumliegt.
    Kein Wunder das es so schwer ist nen Waldbrand unter Kontrolle zu bekommen wenn es in dem Gebiet was jetzt betroffen ist auch so aussieht.

    Mit kameradschaftlichen Grüßen
    Andreas

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793066
    Datum03.08.2014 20:5411176 x gelesen
    Bin mir 100% sicher, dass es so aussieht. Zumindest war es so vor einem Jahr, als ich dort einen Monat gearbeitet habe. Immerhin haben sie in Uppsala jetzt Brandgeruch (lt. Pressemitteilung) ständig in der Nase - dass erinnert sie dann wohl an ihre Einstellung bzgl. vorbeugendem Brandschutz in Wäldern.

    Bei uns hat es auf jeden Fall ordentlich geregnet. Hier kämpfen sie mit Überschwemmungen.

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    AutorUlri8ch 8C., Düsseldorf / NRW793083
    Datum04.08.2014 09:1511311 x gelesen
    Geschrieben von Frank E.Derzeit brennen ca. 2500 Hektar Land / Wald - durch den Wind werden 150 Meter Schneisen übersprungen.


    Sperren (Schneisen) müssen (wirksam) verteidigt werden, sonst sind sie zu oft wirkungslos (selbst bei solchen Breiten ... hat man auch in Niedersachsen 1975 immer wieder erlebt...

    -----

    mit privaten und kommunikativen Grüßen


    Cimolino

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793120
    Datum04.08.2014 19:1010721 x gelesen
    Nun merkt man seine Machtlosigkeit und mindestens ein freiwilliger Helfer ist knapp dem Feuer entronnen. Bestimmte Gebiete werden evakuiert.

    Wie Du sagst, man muss es auch verteidigen. Mit 100 Leuten bei 2500 Hektar evtl. etwas unterbesetzt.

    http://www.svt.se/nyheter/regionalt/tvarsnytt/skogsbranden-tvingar-dem-att-lamna-sina-hem

    Hier der Evakuierungsalarm über das Internet - Homepage schwedisches Fernsehen

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    AutorJan 8S., Wallenhorst / 793125
    Datum04.08.2014 19:5510695 x gelesen
    Frank, von uns kommen zwei Mann zum Erkunden, ob und wie wir da helfen können - -bist du da in der Nähe?

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    AutorHans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin793126
    Datum04.08.2014 20:1410503 x gelesen
    Geschrieben von Frank E.Wie Du sagst, man muss es auch verteidigen. Mit 100 Leuten bei 2500 Hektar evtl. etwas unterbesetzt.


    Daß es kein flächendeckendes System freiwilliger Feuerwehren gibt, liegt halt an der nordeuropäischen Mentalität.



    SCNR

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793128
    Datum04.08.2014 20:3610627 x gelesen
    Geschrieben von Jan S.Frank, von uns kommen zwei Mann zum Erkunden, ob und wie wir da helfen können - -bist du da in der Nähe?
    Nee - bestimmt nicht und ich würde mich nicht mal ansatzweise dorthin begeben. Dafür sind meine Erfahrungen mit den Schweden bzgl. Sicherheit nun ausgeprägt genug.
    Ich befinde mich an der Westküste (Universitätskrankenhaus Göteborg) und ihr werdet ja über Stockholm Arlanda einfliegen. Ihr müsst dann nur nördlich reisen - quasi der Rauchsäule oder dem Brandgeruch folgen.

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793137
    Datum05.08.2014 05:3410462 x gelesen
    Nur zur eigenen Sicherheit:
    http://www.svt.se/nyheter/regionalt/tvarsnytt/timmerbil-fast-i-branden-chaufforen-skadad

    Der erste Brandverletzte ist nach Linköping (unser Brandverletzten Zentrum Nr.1) ausgeflogen worden.
    Ein Fahrer eines Holz-LKW war von den Flammen eingeschlossen worden.

    Ist genau das, was ich meinte: Jetzt paart sich alles dort. Die einen wollen privat per Facebook die Rettung von Stalltieren organisieren, die anderen setzen ihre Arbeit fort, eine Handvoll Leute kann das Gebiet nicht absperren.
    Und die Wälder sind randvoll mit Stapeln von trockenem Restholz ohne Verwendung. Teils über 3 Meter hoch. Bei einem Aufenthalt vor 5 Jahren dachte ich noch, diese Haufen wären als Osterfeuer gedacht. Also passt bloss auf Euch auf.

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    AutorUlri8ch 8C., Düsseldorf / NRW793143
    Datum05.08.2014 08:1210711 x gelesen
    Geschrieben von Frank E.Dafür sind meine Erfahrungen mit den Schweden bzgl. Sicherheit nun ausgeprägt genug.

    magst Du das etwas näher erläutern?

    Im Bereich der Fw hatte ich bisher eine eher hohe Meinung von der Ausbildung und Sicherheitsstandards bzw. Praxistrainings, vgl. Skövde http://www.srtc.se/deutsch/

    -----

    mit privaten und kommunikativen Grüßen


    Cimolino

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    AutorHein8ric8h B8., Osnabrück / Niedersachsen793183
    Datum05.08.2014 23:0310257 x gelesen
    Jetzt soll es wohl den ersten Toten dort gegeben haben und aus Italien und Frankreich sollen Flugzeuge geschickt werden
    Text auf Englich vom Fire Engineering Newsletter

    Heinrich

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    AutorJan 8S., Wallenhorst / 793184
    Datum05.08.2014 23:1210141 x gelesen
    Ah, Löschwasserabwurf im Nieselregenmodus ;-)

    Und das Militär hat die Einsatzleitung übernommen...

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793186
    Datum06.08.2014 05:3610217 x gelesen
    Guten Morgen,
    Komme leider im Moment nicht tagsüber zum Schreiben.
    Aber hier ein kleiner TV Bericht:
    SVT.se schwedisches Fernsehen (in rotem Untergrund mit weisem Text auf der Homepage der Mahnung, Fenster und Türen bla bla bla)
    Zusammenfassend:

    15 000 Hektar brennen, Ausbreitung 2km / Stunde. 350 Kräfte.
    (Witzig ist die Tafel im Hintergrund .... "wir besorgen Kissen von IKEA" steht da ) - war ja schon selbst in so einer Gruppe und habe das miterlebt.

    Und das hier auch für Uli C:
    Die Ministerin sagt, dass man vor einiger Zeit eine grosse Übung bzgl. Waldbrand gemacht hat und dass dabei heraus gekommen ist, dass es nicht aktuell ist mit so vielen Kräften in Norden (d.h. in unserer Sprache Schweden, Norwegen, Finland, Dänemark, Island) arbeiten zu müssen. (Und solche Übungen werden natürlich immer wissenschaftlich begleitet.)
    Jetzt ist es aktuell - sagt sie dann weiter und wir werden das im Nachhinein untersuchen.
    Hier ist alles wissenschaftlich belegt und daher richtig.

    Das gilt auch den ehrenamtlichen Helfern (habe ich hier schon geschrieben), die letztes Jahr noch als gefährlich und unbrauchbar eingestuft worden. Von einem Professor aus Uppsala, der sich forschungsmäßig damit befasst. Es wurde explizit gewarnt und gesagt, dass man international sieht, wie gefährlich es ist, ehrenamtliche einzusetzen - auch bezgl Qualität.
    Neben dem Toten (war in der Nähe seines Hauses verschwunden und dann im Wald eingeschlossen von den Flammen) gibt es ja auch den schwerstverbrannten LKW Fahrer und 9 Helfer (Ehrenamtliche ts ts ts) mussten mit Helikopter gerettet werden, weil von Flammen eingeschlossen.

    Tja, und dann kann es jederzeit sein, dass plötzlich eine LF Besatzung verschwindet, weil jemand nach Hause fährt und Elternzeit nehmen muss. Privatleben geht vor. Unschön ist das, wenn es die sind, die hinter einem eine Riegelstellung halten. Das traue ich den Schweden absolut zu.

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793187
    Datum06.08.2014 05:3910113 x gelesen
    Geschrieben von Ulrich C.magst Du das etwas näher erläutern?
    Habe weiter unten etwas im Thread geantwortet. Es ist wie ich es früher schrieb:
    Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass hier nichts passiert und damit kann auch nichts passieren.

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    AutorBjör8n P8., Markt Schwaben / Bayern793189
    Datum06.08.2014 07:2710083 x gelesen
    Hallo,

    Auch Norwegen schickt jetzt zwei Hubschrauber aus der Waldbrand-Bereitschaft(Bell 312, 3000l). Als EU-Hilfe sollen 4 Flugzeuge kommen, meldet dsb.no

    Björn

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793216
    Datum06.08.2014 14:399807 x gelesen
    Und Schweden schickt seinen wichtigsten Mann: Der König ist eingetroffen. Er hat wirklich die 2 Stunden Fahrt auf sich genommen. Und siehe da: Der Brand scheint unter Kontrolle, man kann mit Löscharbeiten beginnen usw. Übrigens sind die Flieger jetzt auch im Einsatz. War nur etwas schlechte Sicht heute Früh. Jetzt warnt man vor lebensgefährlichen Wassermassen vom Himmel. Das sollten manche Kegelvereine mal lesen.

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    AutorJan 8S., Wallenhorst / 793224
    Datum06.08.2014 16:099966 x gelesen
    Wir haben da mittlerweile 2 Mann vor Ort, die sich das sehr genau angucken. Sobald ich eine genaue Rückmeldung habe, stelle cih die hier rein. So über Telefon erinnert da wohl Einiges an 1975...

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland793232
    Datum06.08.2014 17:399806 x gelesen
    Da bin ich gespannt. 1975 habe ich noch in Erinnerung. Nur die Internetanbindung am Brandort ist heute besser. Sind Eure Leute gefahren oder geflogen?

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    AutorJan 8S., Wallenhorst / 793236
    Datum06.08.2014 22:029751 x gelesen
    Geflogen. Vor Ort zusammen mit SITS i sverige einmal die Lage erkundet. Erste schnelle Rückmeldung: Der Regen hats gerettet, Feuerwehr etc. wird zurückgezogen, Nachlöscharbeiten durch Nationalgarde und Waldbesitzer.

    Einzelne Fraktionen leistungsfähig und -willig, es fehlt aber ein "unified command". Und auf solche Dimension wie du schon geschrieben hast eher schlecht vorbereitet.

    Die Story mit den 9 Ehrenamtlichen ist komplexer....

    Grüße, Jan

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    AutorUlri8ch 8C., Düsseldorf / NRW793269
    Datum07.08.2014 09:189886 x gelesen
    Hab jetzt mal en Betreff angepasst...

    Geschrieben von Jan S.or Ort zusammen mit SITS i sverige einmal die Lage erkundet. Erste schnelle Rückmeldung: Der Regen hats gerettet, Feuerwehr etc. wird zurückgezogen, Nachlöscharbeiten durch Nationalgarde und Waldbesitzer.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/wetterbedingungen-beguenstigen-loescharbeiten-in-mittelschweden-1.2080392
    Lustig: Lösch-Flugzeuge konnten wegen Rauch nicht starten...

    Der Rauch entstand übrigens durch den Regen...
    http://kurier.at/politik/weltchronik/schweden-loescharbeiten-nach-waldbrand-auf-hochtouren/78.941.775

    Den Rauch sieht man dann auch hier...
    http://www.spiegel.de/panorama/schweden-neue-feuerwalze-koennte-waldbraende-anfachen-a-984830.html

    auch interessante Auffassung: "Trockenes Wetter droht die Löscharbeiten zu behindern"
    http://www.n-tv.de/panorama/Flammen-lodern-weiter-article13379996.html

    Ein paar Tage wirds wohl wieder eher wärmer, dann aber wieder kühler und feuchter (wenn die Vorhersageseiten so grob stimmen)...
    -----

    mit privaten und kommunikativen Grüßen


    Cimolino

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    AutorHans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin793711
    Datum13.08.2014 14:409589 x gelesen
    Artikel zum Einsatz der Löschflugzeuge (englisch)

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    AutorMarc8us 8N., Jelmstorf / Niedersachsen795530
    Datum16.09.2014 13:549844 x gelesen
    Gefunden auf Florian-zusa:

    Geschrieben von ---Claus Viets OrtsBM FFw Rade--- . Bericht über die großen Waldbrände in Schweden - Rader Ortsbrandmeister Claus Viets berichtet

    Der Rader Ortsbrandmeister Claus Viets hat uns einen eindrucksvollen Einsatzbericht über die großen Waldbrände in Schweden verfasst, den wir hier gerne veröffentlichen.
    Die schwedische Partnerwehr Mellerud der FF Rade (LK Harburg) war aktiv in die Brandbekämpfung eingesetzt.
    Claus Viets fährt regelmäßig nach Schweden in Urlaub und hat dort die Kontakte zwischen beiden Wehren aufgebaut.

    Hier nun der Bericht:


    Schweden hatte 2014 einen außergewöhnlich warmen und trockenen Sommer. Die Temperaturen erreichten 35 Grad, die Seen hatten Wassertemperaturen bis zu 28 Grad. Dazu kam oft starker Wind, der die Austrocknung der Böden und Wälder noch beschleunigte.

    Am 26.07.2014 wurde noch massiv auf die hohe Waldbrandgefahr auf der Facebookseite der Feuerwehr Sala hingewiesen, sechs Tage später wurde es ernst.
    Vermutlich durch eine Maschine für Waldarbeiten wurde das Feuer ausgelöst.

    Die Metallteile der Maschinen treffen immer auf Steine und sorgen so für Funken. Das trockene Gras beschleunigt dann die Ausbreitung. Fehlt dann noch die Brandwache entwickelt sich schnell unbemerkt ein Feuer. Der Fahrer der Maschine bemerkte das Feuer, als etwa 100 m2 brannten.

    Er verständigte umgehend über Notruf die Feuerwehr. Da die Gegend etwas abgelegen war, dauerte die Fahrt etwas länger.
    Bei Eintreffen der ersten Fahrzeuge brannte es schon auf einer Breite von ca. 1500 m. Der Wind beschleunigte die Brandausbreitung.

    Die Brandausbruchstelle lag in der Umgebung des Sees Öjesjön, Wasser war vorhanden, allerdings sind die Seen zum Teil durch Bäume und Felsen nicht zugänglich..

    Am gleichen Tag wurden die ersten Hubschruber zum Löschen mit eingesetzt. Bei der Größe des Brandes ergaben sich aber Nachteile; die Hubschrauber durften nicht so tief fliegen, um das Feuer nicht zusätzlich anzufachen. Bei Löschflugzeugen passiert dies nicht.

    Es wurden immer mehr Feuerwehren der Umgebung alarmiert, man sollte aber wissen, daß die schwedischen Feuerwehren meistens nur 4 bis 6 Einsatzkräfte haben. In vielen Gemeinden gibt es auch nur eine Feuerwehr für viele abgelegene Ortsteile. Auch viele freiwillige Helfer beteiligten sich an den Löscharbeiten.Das bedeutet längere Anfahrtszeiten.

    Durch die große Hitze am Tage mit hoher Verdunstung wurden viele Einsatzkräfte nachts eingesetzt um Schneisen und Wege feucht zu halten.

    Wie stark der Wind war zeigt folgenden Beispiel: Von einem Bauernhof war der Brand noch kilometerweit entfernt, die Besitzer fuhren zum Einkaufen. Bei ihrer Rückkehr war das Feuer schon ziemlich nahe, aber noch keine direkte Bedrohung.

    Allerdings wurden schon kleine brennbare Teilchen durch die Luft geschleudert, die sich auf nackter Haut wie Wespenstiche anfühlten. Außerdem war die Luft so heiß, daß sich niemand länger dort aufhalten konnte. Die Besitzer mußten fliehen, ohne etwas zu retten. Was alle verwundert hat, war die enorm schnelle Ausbreitung und die unkalkulierbaren Winde. Auch die rasanten Richtungsänderungen waren Neuland.

    Später stellte man fest, daß sich das Feuer z.T. mit bis zu 50 Km/h ausbreitete. Viele Höfe und kleine Ortschaften wurden zu spät oder garnicht gewarnt, weil die Ausbreitung so rasant war. Dies sorgte auch in Schweden für große Diskussionen. Die Konsequenzen für die Zukunft werden in Schweden wohl noch lange diskutiert. Genaue Zahlen zu den Einsatzkräften liegen noch nicht vor, es waren aber wohl weit unter 1000, also sehr wenig !!!

    Etwas Erfolg brachten die Löschflugzeuge aus Italien und Frankreich. Auch Hubschrauber aus Norwegen kamen zum Einstatz. Leider war auch ein Todesopfer zu beklagen, sowie einige Verletzte.

    Bei dem Toten handelte es sich um eine Waldarbeiter, hier gab es auch noch einen Schwerverletzten. Die beiden hatten wohl die Geschwindigkeit des Feuers unterschätzt, bzw. durch sich drehende Winde die Richtung.

    Bis zum 11. August hatte sich das Feuer auf 200 km 2 (eine Fläche von 10 x 20 Km) ausgebreitet. Es war nicht unter Kontrolle zu bekommen. Dies gelang erst, als monsunartige Regenfälle über dem Gebiet niedergingen. Am 12. August kam das erste mal Optimismus auf, die Löscherfolge wurden größer, eine Ausbreitung fand nicht mehr statt.

    Die Nachlöscharbeiten sind bis heute (07.09.2014) nicht beendet. Es sind immer noch Feuerwehren tätig.
    Der Sachscchaden an den Wäldern ist immens, es war wohl der größte Waldbrand in Schweden in der neuen Zeit. Ebenso sind viele Häuser und Höfe abgebrannt, auch Vieh ist verbrannt. Die Natur ist schwer geschädigt.

    Aus großen Teilen Schwedens kamen Feuerwehren zur Unterstützung zum Einsatz. Die Arbeiten waren gefährlich und kräftezehrend, sodaß Ablösung nötig wurde. So kam z.B. auch unsere befreundete Feuerwehr aus Mellerud nach Sala.

    4 Leute fuhren einige Tage zur Unterstützung zum Brandort. Die Leitung hatte Patrik Tellander. von Patrik haben wir auch Fotos erhalten.

    Auf einem der Fotos ist ein Bandwagen zu sehen. Diese Fahrzeuge haben die Feuerwehren von der Armee erhalten. sie sind ausgerüstet für Menschenrettung und Brandbekämpfung in schwierigem Gelände. Bei weichen Böden, schlechten Wegen, aber auch bei Schnee sind diese Fahrzeuge sehr gut zu gebrauchen. Es gehören immer ein Zugfahrzeug und ein Anhänger zusammen.

    Weiter sind sehr viele Pumpen zum Einsatz gekommen, die alle schwedischen Feuerwehren auf einfachen Anhängern vorhalten. Zur Beladung gehören: Pumpen, Saugschläuche und Übergangsstücke. Die Druckschläuche befinden sich auf den Löschfahrzeugen. Somit können diese Pumpen an den Seen mit Hilfe von MTW o.ä. in Stellung gebracht werden, es wird kein Löschfahrzeug gebunden.

    In Schweden verfügen fast alle Feuerwehren über zwei oder mehr Löschfahrzeuge; Das erste Fahrzeug ist immer ein LF mit 3000 ltr. Wasser und Hilfeleistungssatz, das zweite Fahrzeug ein GTLF mit 10 000 ltr. Wasser. Auf dem LF fahren meistens 5 Leute, auf dem TLF nur ein Maschinist.

    Wer mehr über das Feuer wissen möchte kann z.b. die Facebookseite der Feuerwehr Sala ansehen:

    Räddningstjänsten SALA/HEBY Facebook. Dort sind auch viele Fotos und Skizzen vom Brand zu sehen. Ein Video vom 17.08.2014 ist auch sehenswert. https://sv-se.facebook.com/RäddningstjanstenSalaHe

    Die Feuerwehr Mellerud ereicht man unter: brand112se. einfach bei Google eingeben. Wer platt versteht, kann etwas besser schwedisch lesen!! Die Seite lautet: Norra Älvsborg Räddningstjänst Förbundet (Feuerwehren Trollhättan, Vänersborg, Mellerud und Färgelanda)

    Anmerkung: Die FF RADE und die Feuerwehr Mellerud sind seit 1996 befreundet. Es finden regelmäßig Besuche, auch der JF statt.

    Eine weitere interessante Seite findet man unter: Utryckning Örebro. Hier gibt es Fahrzeuge u.ä, zu sehen.

    Claus Viets

    Ortsbrandmeister FF RADE
    florian-zusa


    Mit kameradschaftlichem Gruß

    M.Nickel

    Dies ist meine eigene Meinung und nicht die meiner Feuerwehr

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    AutorHans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin795572
    Datum17.09.2014 08:099314 x gelesen
    Geschrieben von Marcus N.Auf einem der Fotos ist ein Bandwagen zu sehen.

    Das schwedische "Band" meint "Kette".

    Die Fahrzeuge sind hierzulande als "Hägglunds" bekannt. Auch die Bundeswehr hat einige an den Katastrophenschutz abgegeben, weil sie ungepanzert sind und die Taliban das rote Kreuz als Zielmarkierung mißverstanden haben.

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    AutorChri8sti8an 8W., Nentershausen / RLP795573
    Datum17.09.2014 08:189221 x gelesen
    Guten Morgen.

    Das schwedische Band meint schon Band... Die Häglunds haben keine Kette wie ein Kampfpanzer z.B. die fahren auf endlos Gummilaufbändern. Auch bei der BW werden die so genannt.

    Grüße Christian

    Alles was ich hier schreibe ist meine reine persönliche Meinung und keine Stellungnahme meiner FF noch einer andere offiziellen Stelle.

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    AutorHans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin795577
    Datum17.09.2014 08:239205 x gelesen
    Geschrieben von Christian W.Die Häglunds haben keine Kette wie ein Kampfpanzer z.B. die fahren auf endlos Gummilaufbändern.

    Wie bei kleineren Baumaschinen, ja.

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    AutorChri8sti8an 8W., Nentershausen / RLP795579
    Datum17.09.2014 08:399133 x gelesen
    Genau.

    Alles was ich hier schreibe ist meine reine persönliche Meinung und keine Stellungnahme meiner FF noch einer andere offiziellen Stelle.

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    AutorFran8k E8., Viskafors / Västra Götaland795580
    Datum17.09.2014 08:439234 x gelesen
    Geschrieben von Christian W.Das schwedische Band meint schon Band
    Tjenare
    Båda och. Det betyder t:e halsband och menar alltså kedja men samtidigt finns ordet kedja i samband med koncern som har sina affär som en kedja.

    Auf Deutsch:
    Hi,
    alles beides. Es heisst "halsband" meint aber Halskette aber gleichzeitig gibt es das Wort Kette im Zusammenhang mit Konzernen welche ihre Geschäfte wie eine (Einkaufs)Kette haben.
    Es ist nicht alles 1zu1 übersetzbar.

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    AutorBjör8n P8., Markt Schwaben / Bayern799689
    Datum03.12.2014 23:089627 x gelesen
    Und hier der Beobachtungsbericht aus Norwegen : Link


    Die Karten zeigen schön, wie schnell sich der Brand ausbreitete.

    Björn

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    AutorBjör8n P8., Markt Schwaben / Bayern803562
    Datum06.02.2015 21:328854 x gelesen
    Ein weiterer zusammenfassender Bericht dazu: Bericht Skogbrann i Sverige sommeren 2014 - Brannsjef Lars-Göran Uddholm


    Auf der 4.Folie findet man eine schöne Darstellung wie der Brand am 5 Tag (4. Aug) sich extrem schnell
    ausgebreitet hat.

    Übersetzung der Folie Fakten:
    Fakta
    Ca 14 700 ha abgesperrt
    Ca 14 000 ha Brandgebeit
    Über 1000 Personen evakuiert
    69 Feuerwehren (175 kommuner)
    150 Feuerwehrleute
    4 Fulghafen/Industriefeuerwehren
    220 Soldaten
    100 FRG/Freiwillige
    Ca 85 im Leitungsstab
    4 Flugzeuge (1533 Abwürfe, 10 millionen L Wasser)
    2 Flugzeuge als Aufklärer
    20-ATV
    16 Kettenfahrzeuge
    680 km Schlauch, <100 Pumpen
    Feuerwehrfahrzeuge, Bagger, LKW
    Traktoren mit Wasserfässern


    Und die Folie "Schäden":

    Schadenumfang nach dem Brand
    Umgekommen: 1 persongestorben, nachdem sie zwischen
    2 Brandfronten eingeschlossen wurde
    Scherverletzte: 1 person schwere Verbrennungen, 1 Polizist an Strassensperre angefahren
    Zerstörte/beschädigte Häuser: ca 25, davon ca. 10 Wohngebäude.
    Wald: 13 800 hektar abgebrannt. Ca 200 Waldbesitzer.


    Björn

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    AutorBjör8n P8., Markt Schwaben / Bayern805181
    Datum05.03.2015 22:498550 x gelesen
    Jetzt gibt es auch einen ausführlichen schwedischen Bericht vom MSB.
    Bericht

    Auch wenn man kein schwedisch kann, die Fotos und Kartengraphiken sind auf jeden Fall interessant.

    Björn

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    AutorBjör8n P8., Markt Schwaben / Bayern805184
    Datum05.03.2015 23:138480 x gelesen
    Einen Teilaspekt nehme ich doch noch raus:
    Die Kommunikation.

    Schweden hat mit Rakel TETRA im Betrieb.
    Als Probleme wurden erkannt:
    * zu wenig Möglichkeiten Kräfte aus dem ganzen Land zu gemeinsamen Gruppen zu schalten.
    * Akkulaufzeit ca. 12h, aber zu wenig Lademöglichkeiten/Reserveakkus
    * Kommunikation mit der Armee ( TETRA erst in Einführung) und dem Hubschraubern. Hier wurde dann mit SMS gearbeitet.
    * Mobile Basisstation in Bereitschaft, aber nicht eingesetzt.

    Björn

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    AutorBern8har8d D8., Schwetzingen (BaWü) / Baden-Württemberg840100
    Datum07.06.2018 08:273770 x gelesen
    Guten Tag

    Aktuell:

    -> ntv " Waldbrände wüten in Dänemark und Schweden "


    Nicht nur in Deutschland waren die vergangenen Wochen ungewöhnlich heiß und trocken. Auch in Skandinavien wurden Temperaturen um die 30 Grad gemessen, zudem hat es dort seit Wochen nicht mehr richtig geregnet. Das hat nun gravierende Folgen.

    In Dänemark und Schweden sind an verschiedenen Orten Waldbrände ausgebrochen. Mehrere Feuer bei Sala nordwestlich von Stockholm sind nach Angaben der Feuerwehr derzeit nicht komplett unter Kontrolle.



    Gruß aus der Kurpfalz

    Bernhard

    " Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"

    (Heinrich Heine)


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    AutorVolk8er 8L., Erlangen / Bayern841297
    Datum24.07.2018 10:121230 x gelesen
    Hallo Frank,

    wenn ich Deine Ausführung so lese bin ich platt und unangenehm überrascht. Da scheint man in einer sich politisch zurechtgelegten Traumwelt zu leben.
    Völlige Unverständnis meienrseits bei Deiner Schilderung das Privatleben vor geht.
    Auch war ich sehr überrascht bei den Wertungen hier im Beitrag dass man in Schweden wohl von FFen nicht viel halt.
    Das Ganze klingt ja für mich fast so aus ob Schweden ausserhalb der Großen Städte feuerwehrmäßig her Entwicklungsland ist - oder ist das jetzt zu hart ausgedrückt?

    Gruß
    Volker

    ..natürlich gebe ich hier nur meine ganz persönliche Meinung kund...

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    AutorDirk8 S.8, Lindau / Bayern841338
    Datum24.07.2018 20:24973 x gelesen
    Hallo,
    Geschrieben von Volker Leiste Das Ganze klingt ja für mich fast so aus ob Schweden ausserhalb der Großen Städte feuerwehrmäßig her Entwicklungsland ist - oder ist das jetzt zu hart ausgedrückt?

    Ich bin kein Kenner der Mentalität, dafür muss man länger in Schweden leben. Die Besuche der Familie ist dafür zu kurz.
    Trotzdem habe ich den Eindruck bekommen, dass man in einem gehobenen Sozialsystem träge wird und einiges als Selbstverständlich hält. Inwieweit das beim Verhältnis zu Feuerwehr beeinflusst? Ich denke das ist bei uns nicht anders.

    Stichwort Entwicklungsland.
    Dazu gehört Schweden mit Sicherheit nicht, aber mein Schwager drückt das so aus.
    Wenn Du in Stockholm bist und Hunger hast, dann gehst Du in den ICA und holst Dir was.
    Wenn Du in Darlana oder Jämtland Hunger hast, dann fängst oder erschießt Du Dein Essen, das geht schneller und macht wendiger Aufwand.
    Alles was von den Küsten, oder Süden weg ist, ist dünn/dünner besiedelt. Ich vermeide jetzt das Wort rückständig!
    Mein Kollegen die sich überwiegend in Südschweden aufgehalten haben, können meine Erzählungen von Schweden nicht nachvollziehen (extrem schlechte Straßen, schlecht Infrastruktur, keine Leute, langweilige Straßen, Groß- und Kleingetier etc.)

    Wenn Du jetzt Dörfer/Weiler hast, die nicht mehr als 500 Einwohner haben und teilweise viele, viele Kilometer auseinander liegen, dann kann man sich vorstellen, welche Besetzung die Feuerwehren haben. Die Ausrüstung ist dabei nicht schlecht! Wenn ich das als Feuerwehrtechnischer Laie sagen darf.
    Wenn man sich die Bevölkerungsdichten ansieht, dann wird es verständlicher. (Vergleich z.b. Jämtland/Östersund)

    Es braucht in den abgelegenen Regionen halt alles viel Zeit. Eine gesperrte Straße kann schnell mal einen Umweg von mehreren 100km nach sich ziehen. Wenn Dir z.B. an der Einsatzstelle einfällt, dass Du auf der anderen Straßenseite besser aufgehoben bist, na dann...Gröte schlucken oder Kreativ sein.

    Gruß
    Dirk

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