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ThemaQuecksilber - ein Teufelszeug!?15 Beträge
RubrikEinsatz
 
AutorAndr8eas8 H.8, Ditzingen / Baden-Württemberg377030
Datum25.12.2006 22:537480 x gelesen
Was macht man mit einem kaputten Fieberthermometer ?
Andreas


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AutorBern8ade8tte8 S.8, Marxheim / Bayern377031
Datum25.12.2006 23:356912 x gelesen
Na

ich hab "Gott sei Dank" nur ein elektronisches Ohrthermometer zum Fieber messen.


Bernadette


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AutorSven8 v.8, Gelnhausen / Hessen377033
Datum26.12.2006 00:296875 x gelesen
Hallo Andreas!

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei dem Einsatz wirklich um Quecksilber handelte. Aufgrund dessen, dass Quecksilber ein giftiges Schwermetall darstellt, wird es heutzutage eigentlich nicht mehr in handelsüblichen Fieberthermometer eingesetzt. Eine Ausnahme stellen da eigentlich nur Meßgerät aus dem wissenschaftlichen Bereich.
Meines Wissens nach werden bei den handelsüblichen Fieberthermometern Ersatzstoffe verwendet (z.B. Alkohol oder andere Metalllegierungen), die sich im Temperaturbereich 0-100 °C ebenso proprtional zur Temperatur verhalten, wie Quecksilber.
Interessant wären jedoch, wenn jemand vielleicht Herstellerinformationen hat. Hat einer vielleicht mal ein Beipackzettel eines Fieberthermometers? Da müssten ja verwendete Stoffe und mögliche Risiken genannt werden.

Gruß Sven


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AutorGerh8ard8 P.8, Stuttgart / Baden-Württemberg377035
Datum26.12.2006 02:076846 x gelesen
Geschrieben von Sven von GazaliIch bin mir nicht sicher, ob es sich bei dem Einsatz wirklich um Quecksilber handelte. Aufgrund dessen, dass Quecksilber ein giftiges Schwermetall darstellt, wird es heutzutage eigentlich nicht mehr in handelsüblichen Fieberthermometer eingesetzt.

Hallo,

"früher" gab es nur Thermometer mit Quecksilberinhalt. Ich schätze mal, dass ab den 70iger-Jahren auf andere Stoffe umgestellt wurde.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass in einer Ruine im Nachbarhaus Regelinstrumente und Thermometer aus der Kriegszeit "vergessen" gelagert wurden. Als Kinder haben wir immer mit den Thermometern gespielt, diese geöffnet und eine Freude an den Quecksilberkügelchen gehabt, die sich irgendwann aufgelöst haben. Damals hatte natürlich noch niemand eine Ahnung von der Gefährlichkeit von Quecksilber und niemand wäre auf die Idee gekommen da die Feuerwehr zu rufen.

Mit freundlichen Grüßen aus Stuttgart

Gerhard Pfeiffer

www.firehelmets.info


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AutorChri8sti8an 8D., Budenheim / Rheinland-Pfalz377036
Datum26.12.2006 02:426876 x gelesen
Hallo Andreas,

passiert so ein Unfall im privaten Bereich, ist es als erste Maßnahme ratsam, einfach den betroffenen Bereich zu verlassen. Aufwendig ist die Entfernung des Quecksilbers eigentlich nicht.

Im Labor machen wir es so: Thermometer fällt runter --> Quecksilberkügeln verteilen sich über den Boden --> den selbigen Abkriechen und alle Kügelchen mit Zinkpulver (oder Kupfer oder Jodkohle) bestreuen. Es bildet sich ein Amalgam, welches dann einfach mit einem Besen oder Pinsel auffegen und in einen geschlossenen Behälter geben. Alternativ kann das flüssige Metall auch mit einer Pipette aufgesaugt werden.

Ungeschickterweise wurden bei dem hier angesprochenen Einsatz die aufgesammelten Kügelchen weggeschmissen, was ein Durchsuchen des Mülls nötig machte.
Tritt wirklich nicht mehr Quecksilber aus, als in einem thermometer enthalten ist, kann es wie oben beschrieben aufgenommen werden. Wir tragen übrigens im Labor keinen Atemschutz ;-) Gefährlich sind Quecksilberdämpfe, daher auch das bestreuen mit Zinkpulver. In Laboratorien, in denen mit Quecksilber gearbeitet wird, gibt es auch extra Bindemittel (Mercurisorb). dieses funktioniert ähnlich: einfach draufstreuen und einfegen.

Für den Feuerwehreinsatz würde ich als erweiterte PSA Filter mit Maske empfehlen.

Wichtig ist auch hier, wie bei jedem Einsatz: Ruhe bewahren.

Viele Grüße
Christian


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AutorHara8ld 8F., Attendorn / NRW377039
Datum26.12.2006 09:496910 x gelesen
Hallo,

weil´s gerade so schön zum Thema passt. Hier

Weiterer "Quecksilber-Thermometer" Einsatz

ein weiterer "Quecksilber-Thermometer"-Einsatz der Feuerwehr, bei uns aus dem Kreis. Bei dem Einsatz hat es sich zudem nachweislich um Quecksilber gehandelt und nicht etwa um einen Ersatzstoff.

Bei dem Messgerät handelte es sich um ein altes, großes Wand-Schulthermometer (also schon um einiges größer als ein normales Haushalts- bzw. Fieberthermometer).

Die Wehr ist seinerzeit mit rund 15 Kameraden (ELW 1, LF 8/6 und GW-G 2) vor Ort gewesen. Für den Einsatz gab es anschließend von einigen Bürgern in Form von Leserbriefen in der Tagespresse herbe Kritik, ganz nach dem Motto "warum wird da wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen".

Wie ist Eure Meinung dazu?

Gruß und frohes Fest noch...
Harald


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AutorPete8r S8., Aholming / BY377041
Datum26.12.2006 10:306844 x gelesen
Geschrieben von Harald FischerFür den Einsatz gab es anschließend von einigen Bürgern in Form von Leserbriefen in der Tagespresse herbe Kritik, ganz nach dem Motto "warum wird da wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen".

Ja, der Ausdruck ist wohl passend. Auch ich habe, wie weiter oben schon von Gerhard beschrieben, als Kind auch gerne mit den Quecksilberkügelchen gespielt. Da gabs höchstens die Ermahnung "Stecks nicht in den Mund, das ist giftig!" und fertig.

...man glaubt es kaum: Ich lebe noch :-)))

Gruß
Peter


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AutorHans8wer8ner8 K.8, Kirnitzschtal / Sachsen377042
Datum26.12.2006 10:446887 x gelesen
Hallo,
Geschrieben von Andreas Häcker Dr.
Was macht man mit einem kaputten Fieberthermometer ?
;-)))
Also mir fehlt der Kran vom THW der einen Sakrophag aus Beton und Blei über die Mülltonne stülpt...

War der ELW2 zum Verteilen von Autogrammpostkarten, oder diente der Umfrage wer noch welches zu Hause hat?

Übrigens wenn Franz Hausmann die Energiesparlampe oder Leuchtstoffröhre aus der Hand rutscht, ist mit Quecksilberdampf zu rechnen. Gar nicht dran zu denken, wenn Morgen besorgte Bürger die Straßenlampen besteigen und mit Säcken abdecken, weil doch Quecksilber-Hochdruckdampf-Lampen, ...

Hier noch ein niedlicher Beitrag (vom F... (nicht Feuerwehr -> Fachmann):
Quecksilberalarm


mkg hwk

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AutorMarc8us 8L., Gießen / Hessen377044
Datum26.12.2006 10:486875 x gelesen
Selbst wenn es Quecksilber war, ist das ein typisches Bild der Arbeit mancher Feuerwehren.
Aus der Mücke einen Elefanten machen.... Keine Ölspuren, die mit 14 Leuten vergewaltigt
werden, Mülleinermbrände die mit einem ganzen Löschzug brutalst erschlagen werden,
ein Quecksilber Thermometer welches wie Xilobranithydofanin behandelt wird... uvm....


Einen schönen Feiertag noch!

;-)


Guggtema auf: http://www.feuerwehr-giessen.de

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AutorMarc8us 8L., Gießen / Hessen377045
Datum26.12.2006 10:506843 x gelesen
Keine = Kleine /blush


Guggtema auf: http://www.feuerwehr-giessen.de

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AutorAndr8eas8 H.8, Ditzingen / Baden-Württemberg377046
Datum26.12.2006 11:396883 x gelesen
Geschrieben von Hanswerner KöglerHier noch ein niedlicher Beitrag (vom F... (nicht Feuerwehr -> Fachmann):
Quecksilberalarm

Auch wenn der verlinkte Beitrag zum Teil ironisch oder gar zynisch klingt, wird sehr sachlich und zum Teil auch wissenschaftlich belegt das Vorgehen bei unbeabsichtigtem Quecksilber-Austritt beschrieben. Ich glaube auch, dass man bei kleinen, flüssigen Quecksilbermengen kein gesundheitliches Risko eingeht, wenn man ohne Umweltzug entsorgt. Wie sollte ein Zahnarzt sonst Tag für Tag Amalgam-Füllungen ohne Vollschutzanzug entfernen?
Andreas


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AutorChri8sti8an 8D., Budenheim / Rheinland-Pfalz377047
Datum26.12.2006 11:476863 x gelesen
Hallo Andreas,

in Almalgan liegt ja auch kein elementares Quecksilber vor, sondern in einer sehr stabilen ungefährlichen Verbindung. Aus diesem Grund bestreut man ja auch Quecksilber mit Zink, weil sich genau dann Amalgan bildet.

Aber du hsat recht, man braucht keinen Umweltzug und auch mit Atemschutz wäre ich zurückhaltend. Ich kann es mir nämlich nur sehr schwer vorstellen, wie ich in voller PSA mit PA auf dem Boden rumkrieche und Quecksilberkügelchen suche.

Viele Grüße
Christian


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AutorMart8in 8G., zz. Reutlingen / 377049
Datum26.12.2006 12:176836 x gelesen
Also wenn ich das hier richtig lese, ist ein Quecksilberaustritt in kleinerm Umfang kein Grund für einen 50 Mann starken Gefahrgutzug?

Ich selbst kenne Thermometer älteren Bautyps, die in einer ca 1,5cm dicken und 30 cm langen Röhre doch beachtliche Mengen an Quecksilber bevorraten. Hier ist es auch so, dass das eine Ende der Röhre nur durch einen losen Glasdeckel undicht verschlossen ist.
Aber ich denke auch hier wird die Verdunstung so minimal sein, dass keine wirkliche Gesundheitsgefährdung davon ausgeht.


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AutorThom8as 8G., Steyerberg/Voigtei / Nds. / Niedersachsen377107
Datum27.12.2006 00:036818 x gelesen
Geschrieben von Christian DüsingAlternativ kann das flüssige Metall auch mit einer Pipette aufgesaugt werden.

Ich empfele Einmalspritzen 5,bzw 6 ml. Geht besser.


MkG
Thomas

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AutorUlri8ch 8C., Düsseldorf / NRW377138
Datum27.12.2006 11:427258 x gelesen
Hallo,

Geschrieben von Andreas Häcker Dr. Was macht man mit einem kaputten Fieberthermometer ?

Auszug aus dem www.einsatzleiterhandbuch.org, Quecksilber

3 Quecksilber

Allgemeines


Eigenschaften:

? Quecksilber ist ein flüssiges Metall
? Chemisches Symbol: Hg
? Dichte: 13,6 g/cm³ (d.h. sehr schwer!)
? Schmelzpunkt: - 38,9°C
? Quecksilberdämpfe sind giftig, weil das Quecksilber im Körper eingelagert wird und das Nervensystem schädigt. Das flüssige Quecksilber ist nicht giftig und kann z. B. durch die Haut nicht aufgenommen werden. Gefährlich ist nur das Einatmen der Dämpfe!
? Der Dampfdruck ist relativ hoch. Auch wenn man die entstehenden Dämpfe nicht sieht,ist bei Raumtemperatur der MAK-Wert ( 3-SICHERHEITSTECHNISCHE KENNZAHLEN) immer überschritten.

Verwendung:

? Messtechnik: Manometer, Thermometer, Vakuumpumpen
? Laborbereiche
? Chlorherstellung (abnehmend)

Erscheinungsbild:

? Quecksilber ist bei Raumtemperatur eine Flüssigkeit mit silber glänzender Oberfläche.
? An feuchter Luft überzieht sich Quecksilber allmählich mit einem matten Häutchen (Oxid).
? Quecksilber bildet wegen der hohen Oberflächenspannung sehr leicht kugelförmige Tropfen mit bis zu einigen Millimetern Durchmesser (aber auch deutlich kleiner!).

Nachweis:
? sichtbar (sehr kleine Kugeln werden aber leicht übersehen, besonders in Ritzen von Tischen oder Fußböden)
? Prüfröhrchen (0,1...2 mg/m³)
? Quecksilber-Messgerät

Nachschlagewerke:
? UN-Nr.: 2809
? Kühn - Birett: Merkblatt Gefährliche Arbeitsstoffe Q 001

Grenzwerte:
? MAK-Wert: 0,1 mg/m³



Maßnahmen

- Ausgetretenes Quecksilber:

? Wegen der Gefährlichkeit von Quecksilber-Dämpfen ist es wichtig, auch kleinste Mengen an Quecksilber schnell aufzunehmen und unschädlich zu machen.
? Betroffene Bereiche räumen und sofort für Durchlüftung sorgen.
? Einsatz von Belüftungsgeräten prüfen, aber nur, wenn Dämpfe direkt nach außen gelangen können (Verschleppungsgefahr!).
? Atemschutz: PA oder Kombinationsfilter DIN 3181-Hg-P3, Kennfarbe rot (wird ggf. vom Verwender vorgehalten).
? Verschleppungen unbedingt vermeiden (Schuhe und Gegenstände)
? Verschüttetes Quecksilber, das sich fein verteilt hat, durch Aufstreuen von geeigneten Bindemitteln binden. (Tropfen lassen sich nicht aufwischen oder einsammeln!)
? Chemische Bindemittel (falls vom Verwender für Notfälle vorgehalten oder schnell verfügbar):
 Zinkstaub in Verbindung mit Zitronensäure oder Kupferstaub
 Kupferstaub
 Jod-Kohle
(an senkrechten Flächen Stoffe ggf. mit Klebeband aufbringen)
? Mechanische Bindemittel
- Mercurisorb (Set zum Einsammeln kleinerer Quecksilbermengen), sollte mindestens einmal von der Feuerwehr vorgehalten werden
- für größere Mengen: Aufsaugen mit Spritzen oder Spezialpipetten (wenn verfügbar)
- Aufsaugen mit PU-Schaumstoffen, anschließend entsorgen
? Beim Eintrag von Quecksilber in Ausgüsse: Siphon unter Atemschutz vorsichtig demontieren, Quecksilber sammelt sich dort wegen seines Gewichts.

- Folgemaßnahmen:

? Abfälle in dichtschließenden Gebinden sammeln, kennzeichnen und an Entsorger übergeben (Entsorgungsauftrag möglichst durch den Verursacher!)
?  3-DEKONTAMINATION: Hg-Spuren mechanisch entfernen, Kleidung und Gerät anschließend ausreichend lange an der frischen Luft lagern
? Betroffene Räume anschließend gut und lange lüften
? Kontrollmessungen in Räumen und deren Freigabe sind Aufgabe der entsprechenden Fachbehörden (Gesundheitsamt, Gewerbeaufsicht)!
? Bei Verdacht einer Einatmung über längere Zeit durch Personen/Einsatzkräfte: Betroffene einem Arzt vorstellen (Blutuntersuchung) bzw. zum Arztbesuch auffordern.

Benachrichtigen
? Gesundheitsamt, ggf. Gewerbeaufsichtsbehörde
? Untere Wasserbehörde (bei Freisetzung im Freien)
? ggf. Rettungsdienst (keine Akutschäden möglich!)
? __________________________________
? __________________________________


Literaturhinweise:
- Kühn / Birett; Merkblätter gefährlicher Arbeitsstoffe, Blatt Nr. Q 001
- Warmbier, Jürgen: Maßnahmen beim Freiwerden von Quecksilber, in: Seminar GSG im Feuerwehreinsatz, mic-Tagung, Ottobrunn, 1999
- Warmbier, Jürgen: Einsatzmaßnahmen bei der Freisetzung von Quecksilber - Dekontaminationsmaßnahmen in einer Schule, in: Lemke, Handbuch Brandschutz, ecomed, Landsberg, 2001

Autor: Smirek/Bräutigam


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mit privaten und kommunikativen Grüßen


Cimolino

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